STOTTERN = Bundesvereinigung Stottern & Selbsthilfe e.V.

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Erwachsenenalter

Leben mit Stottern

Stottern entsteht fast ausschließlich im Kindesalter. Vermutlich begleitet dieses Handicap auch Sie bereits seit langer Zeit und Ihre – nicht immer positiven – Erfahrungen im Umgang mit Stottern sowie mit den Reaktionen anderer darauf sind zahlreich. Erwachsene Betroffene entwickeln als Selbstschutz mitunter eine eher fatalistische Einstellung zum Stottern: sie „arrangieren“ sich mit der Sprechbehinderung, nehmen Einschränkungen im Privat- oder Berufsleben als unabänderlich hin und entwickeln Strategien, um mögliche unangenehme Situationen zu vermeiden. Wir möchten Sie ermutigen, Einfluss auf Ihren Weg und die Qualität Ihres Lebens zu nehmen und offen mit Ihrem Handicap umzugehen. Stottern ist keine Sackgasse – es lässt sich bewältigen!

Stottern ist veränderbar – jederzeit

Stottern lässt sich gut behandeln. Auch im fortgeschrittenen Alter können Sie lernen, Ihren Redefluss nachhaltig und deutlich zu verbessern, eine gute Stottertherapie kann dabei sehr hilfreich sein. Informieren Sie sich vorab ausführlich über die verschiedenen Formen und Ansätze, damit Sie besser entscheiden können, welche Behandlungsmethode für Sie in Frage kommt. Übrigens: Viele Stotternde erleben „Rückfälle“ nach einer Therapie, dies ist eher die Regel als die Ausnahme. Bleiben Sie am Ball, eine gute Stottertherapie braucht Zeit! Kraft können Sie in einer solchen Phase auch in einer Selbsthilfegruppe schöpfen. Der Austausch mit anderen Betroffenen stärkt Ihnen den Rücken, zudem können Sie in der Gruppe erlernte Sprechtechniken trainieren und weitere ausprobieren.

Raus aus der Isolation

Die Reaktionen anderer hängen nicht nur davon ab, was sie über Stottern wissen, sondern auch davon, wie sie Sie im Umgang damit erleben. Ein offener, möglichst selbstbewusster Umgang mit Stottern kann Sie deshalb vor sozialer Ausgrenzung und Isolation schützen. Machen Sie das Stottern nicht zum Tabu, sprechen Sie es an! So helfen Sie sich, Ihrem Umfeld und auch neuen Kontakten über Unsicherheiten hinweg, denn viele Menschen wissen gar nicht, wie Sie sich im Gespräch mit Stotternden verhalten sollen. Anfangs fällt dieser offensive Ansatz vermutlich schwer, doch Sie werden schnell feststellen, dass „die anderen“ Ihr Stottern meist gar nicht so auffällig finden, wie Sie selbst. Wohltuende Unterstützung dabei finden Sie beispielsweise in einer Selbsthilfegruppe, hier treffen Sie schließlich „erfahrene Stotternde“ – die Gruppe ist auch eine gute Basis für weitere Freizeitaktivitäten und gesellige Unternehmungen.

"Mein Stottern habe ich immer dabei"

Lars Spannagel ist Journalist und stottert. In einem Artikel für das Magazin der Süddeutschen Zeitung beschreibt er sehr eindrücklich, welche Rolle das Stottern in seinem Leben spielt und wie er lernte, seine Sprechbehinderung zu akzeptieren.

Externer Link: "Der Kampf mit den Worten", Süddeutsche Zeitung Magazin

 

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