Verhalten


  1. Wie wirkt sich Stottern auf das Leben der stotternden Menschen aus?

  2. Wie sollten Zuhörer auf Stottern reagieren?

  3. Was tun, wenn das Stottern in der Schule zum Problem wird?


1. Wie wirkt sich Stottern auf das Leben der stotternden Menschen aus?

Viele stotternde Menschen vermeiden Wörter oder Situationen, bei denen sie fürchten, stottern zu müssen. Alltägliche Situationen, wie der Kauf einer Fahrkarte, können für stotternde Menschen eine große Belastung darstellen. Die Angst vor dem Stottern und der Wunsch, es zu vermeiden, kann das gesamte Leben beherrschen. Ausbildung, Beruf, Freunde und Freizeitaktivitäten werden eventuell nicht nach den tatsächlichen Wünschen ausgewählt, sondern danach, wenig sprechen zu müssen. Negative Reaktionen der Mitmenschen wie Hohn und Ablehnung, aber auch Mitleid oder Verlegenheit können noch dazu beitragen, dass sich die stotternde Person zurückzieht.

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2. Wie sollten Zuhörer auf Stottern reagieren?

Von den Kindern, die anfangen zu stottern, verlieren viele das Stottern bis zur Pubertät wieder völlig. Bislang lässt sich jedoch nicht vorhersagen, bei welchen Kindern und mit Hilfe welcher Behandlungsmethoden dies der Fall ist. Fachleute sind sich einig, dass Stottertherapie umso aussichtsreicher ist, je früher eine qualifizierte Behandlung erfolgt.

Verhalten Sie sich ganz normal und halten Sie Blickkontakt. Lassen Sie die stotternde Person ausreden und ergänzen Sie keine Wörter. Das wirkt demütigend. Verkneifen Sie sich gutes Zureden wie "nur ruhig" oder "hol tief Luft". Das hilft nicht. Ein gelassenes Zuhören kann die Situation aber entspannen. Sie müssen dazu nur etwas mehr Zeit aufbringen.

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3. Was tun, wenn das Stottern in der Schule zum Problem wird?

Für stotternde Kinder und Jugendliche kann die Schulzeit sehr belastend sein. Hänseln und andere Formen der sozialen Ausgrenzung durch Mitschüler sind typische Probleme. Stotternde Schüler werden benachteiligt, wenn ihre Sprechbehinderung nicht ausreichend bei der Benotung mündlicher Leistungen und bei der Gestaltung von mündlichen Prüfungen berücksichtigt wird.

Lehrer wissen in der Regel nicht, dass Stottern eine Behinderung im recht-lichen Sinne ist. Die schulrechtlichen Regelungen der meisten Bundesländer sehen für Schüler mit Behinderungen einen Nachteilsausgleich vor. Dieser sollte auch im Fall Stottern eingefordert werden und kann darin bestehen, dass stotternde Schüler mehr Zeit in Prüfungen erhalten oder Alternativen zu mündlichen Leistungen angeboten bekommen.

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