STOTTERN = Bundesvereinigung Stottern & Selbsthilfe e.V.

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Hinweise für stotternde Arbeitnehmer


Übersicht



Berufswahl

„Bloß nichts mit viel Sprechen…“?!Beruforientierung

Vielen jungen Menschen fällt die Berufswahl nicht leicht. Kommt ein Handicap wie Stottern hinzu, tauchen meist noch mehr Fragen und teils auch Zweifel auf wie: „Kann ich den Beruf als Stotternde/r überhaupt machen?“ oder „Was erwartet mich da und traue ich mir das zu?“
Häufig entscheiden sich junge Menschen aufgrund ihres Stotterns für einen vermeintlich sprecharmen Beruf.

Vieles ist möglich

Stottern sagt zunächst einmal nichts über die Eignung für einen bestimmten Beruf aus. Natürlich sollten sich junge stotternde Menschen realistisch mit ihrer beruflichen Zukunft auseinander setzen. Wichtig ist jedoch, dass jeder Mensch vorrangig nach persönlichen Interessen und Neigungen entscheidet und sich nicht von möglichen Einschränkungen leiten lässt. 
An dieser Stelle eine Bitte an Lehrer, Angehörige und alle anderen, die mit jungen Stotternden in der Berufsberatung zu tun haben: Machen Sie jungen Stotternden Mut, dass diese nach ihren Interessen entscheiden und sich nicht vorrangig von ihrem Stottern beeinflussen lassen.

Was will ich werden? - Seminare zur Berufsorientierung

Für junge stotternde Menschen, die Unterstützung bei der Berufswahl wünschen, sind unsere regelmäßig stattfindenden Berufsorientierungsseminare genau das Richtige. Erfahrene Mitglieder aus der Selbsthilfe und Fachleute helfen den Teilnehmern an diesem Wochenende Klarheit über die eigenen beruflichen Ziele und Möglichkeiten zu erlangen und selbstbewusst ins Berufsleben zu starten. Der aktuelle Termin findet sich auf unserer Seminarübersicht.

Alle, die sich bereits in Ausbildung oder Studium befinden, finden Informationen z.B. zum Thema Nachteilsausgleich, auf unserer dazu gehörigen Infoseite.



Bewerbung

Vorstellungsgespräche – (k)eine leichte Sache?!Bewerbung

Vorstellungsgespräche sind für die meisten Menschen keine leichte Sache - für Stotternde gilt das allemal. Immerhin gilt es in dieser Situation in kürzester Zeit und vor allem auch verbal zu überzeugen. Stotternde in der Bewerbungsphase sind häufig unsicher, ob und wie sie ihr Stottern thematisieren sollen. Wie schon in der Bewerbung, gibt es auch hier keinen Königsweg. Diese Frage kann nur individuell beantwortet werden, denn viele Faktoren spielen mit: Wie ausgeprägt ist das Stottern? Oder um welche Stelle bzw. um welches Unternehmen handelt es sich?

Ein offener Umgang ist hilfreich

Sie müssen damit rechnen, dass Ihr Gesprächspartner wenig oder gar nichts über Stottern weiß. Seien Sie sich deshalb bewusst, dass Ihre (Begleit-)Symptomatik Ihr Gegenüber zunächst verunsichern oder irritieren kann. Deshalb: Ein offener Umgang erleichtert meist allen Beteiligten die Situation. Als stotternder Bewerber zeigen Sie durch einen offensiven Umgang, dass sie selbstbewusst mit ihrer Sprechbehinderung umgehen. Sprechen Sie Ihr Stottern von sich aus an, bestimmen Sie außerdem wie viel Platz dieses Thema im Gespräch haben wird.

„Wie haben das andere Stotternde gemacht?“

Bei der Frage danach, wann und wie Sie das Stottern im Bewerbungsverfahren ansprechen, hilft es von den Erfahrungen anderer stotternder Menschen zu profitieren. Hier lohnt sich der Besuch in einer Stotterer-Selbsthilfegruppe, denn dort finden regelmäßig Themenabende zu „Stottern und Bewerbung/Beruf“ statt, bei denen auch praktische Übungen wie ein Vorstellungsgespräch als Rollenspiel möglich sind.



Im Arbeitsleben

Das eigene Zutrauen ist wichtigVielfalt im Beruf

Im Arbeitsleben bedeutet Stottern keine generelle Einschränkung. Stotternde finden sich in nahezu allen Berufsfeldern, auch in jenen mit hohen kommunikativen Anforderungen. Durch Therapie, Selbsthilfe und die persönliche Weiterentwicklung im Unternehmen, entwickeln viele Stotternde im Laufe ihres (Berufs-) Lebens einen anderen Umgang mit dem Stottern. Dann werden auch Aufgaben, die man zu Beginn der Berufslaufbahn möglicherweise noch abgelehnt oder sich nicht zugetraut hat, zu einer gern angenommenen Herausforderung. Nehmen Sie Gelegenheiten wahr, Ihre Stärken innerhalb Ihres Unternehmens zu entwickeln.

Für ein gutes berufliches Miteinander: Offenheit

Die Unwissenheit über Stottern ist weit verbreitet. Sprechen Sie offen mit Ihren Vorgesetzten und Kollegen über Ihr Stottern. Helfen Sie ihnen, Stottern zu verstehen. So können erst gar keine Missverständnisse im Team entstehen. Treffen Sie mit Ihren Kollegen und Vorgesetzten gegebenenfalls individuelle Vereinbarungen, um den Berufsalltag für alle Beteiligten reibungslos zu gestalten. Sprechen Sie Ihre Wünsche und Bedürfnisse offen und frühzeitig an. Reflektieren Sie dabei Ihre eigenen (sprachlichen) Fähigkeiten. So kann ein gutes berufliches Miteinander gelingen. Nutzen Sie für Ihre Aufklärungsarbeit gerne unsere kostenlosen Informationsbroschüren.

Stottern als Behinderung

Stottern ist als Behinderung anerkannt, Sie haben daher die Möglichkeit bei Ihrem zuständigen Versorgungsamt einen Ausweis für Menschen mit Behinderung/ Schwerbehindertenausweis zu beantragen. Je nach Schweregrad des Stotterns und ggf. weiteren Beeinträchtigungen wird ein Grad der Behinderung festgestellt. Hiernach bemisst sich letztlich, ob und welche Leistungen und Nachteilsausgleiche der Betreffende erhält. Für weitere Informationen und bei Fragen zu diesem Thema wenden Sie gern an unsere Projektreferentin in der Geschäftsstelle.



Angebote der BVSS und der Selbsthilfe

Veranstaltungen und BeratungMenoring

  • Berufsorientierungsseminare: Für junge stotternde Menschen zwischen 16-25 Jahren bieten wir ein Berufsorientierungsseminar zur Unterstützung bei der Berufswahl an. Der aktuelle Termin wird jeweils in unserer Seminarübersicht bekannt gegeben.
  • Beratung durch Berufserfahrene: Wir bringen Ratsuchende mit berufserfahrenen Mitgliedern zusammen, die gerne etwas von ihren Erfahrungen an andere Stotternde weitergeben möchten. Je nach Fragestellung suchen wir einen passenden Austauschpartner und bringen beide in Kontakt miteinander. Bei Interesse - egal ob als Ratsuchender oder als berufserfahrener Wegbegleiter - nehmen Sie einfach Kontakt zur Projektreferentin auf.
  • Regionale Informationsabende und Workshops: Regelmäßig veranstalten ehrenamtliche Multiplikatoren aus der Stotterer-Selbsthilfe in den Selbsthilfegruppen Informationsabende und Workshops zum Thema „Stottern und Bewerbung/Beruf“. Themen sind u.a.:  Umgang mit Stottern am Arbeitsplatz, Bewerbungsgespräch als Rollenspiel. Die Veranstaltungen richten sich an Berufseinsteiger sowie Stotternde, die Fragen zu beruflichen Themen haben. Weitere Informationen und Kontakt zu den ehrenamtlichen Ansprechpartnern finden Sie in unserem Mitgliederbereich bzw. erhalten Sie auf Anfrage über die Geschäftsstelle.

Flyer, Bücher, DVDs

Kontakt und Ansprechpartner

Bei allen Fragen rund um Stottern und Beruf steht Ihnen unsere Ansprechpartnerin in der Geschäftsstelle gerne zur Verfügung:

Martina El Meskioui
Projektreferentin "Stottern und Beruf"
Telefon: 0221 - 139 11 06
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.



 

Bundesvereinigung Stottern & Selbsthilfe e.V.

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Zülpicher Straße 58
50674 Köln


Telefon: 0221-139 1106
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