"Meine Schulzeit war eine einzige Katastrophe!"
So oder ähnlich rekapitulieren viele Stotternde den Lebensabschnitt Schule, und viele Kinder und Jugendliche heute empfinden ebenso. Der Mensch lebt in seiner Sprache. Und wer nicht frei über sie verfügt, ist benachteiligt in einer Gesellschaft, in der das gesprochene Wort immer schwerer wiegt. Spätestens in seiner Schulzeit wird ein stotterndes Kind mit dieser Tatsache konfrontiert.
Die Bundesvereinigung Stottern & Selbsthilfe e.V. ist die einzige bundesweit tätige Informations- und Beratungsstelle rund ums Stottern und die Interessenvertretung stotternder Menschen in Deutschland. Ein Schwerpunkt unserer Tätigkeit ist der Bereich Stottern und Schule.
«Mündlich: Mangelhaft - Stottern: Sehr gut»
Bis zu fünf Prozent aller Kinder und Jugendlichen sind zumindest zeitweise vom Stottern betroffen.
Stottern ist eine Behinderung, die sich massiv in allen Lebensbereichen auswirken kann – auch in der Schule. Stotternde Schülerinnen und Schüler sind benachteiligt,
- wenn sie im Unterricht ihr Wissen und Können nicht voll entfalten können,
- wenn sie wegen des Stotterns eine Schule besuchen, die nicht ihrer Begabung entspricht,
- wenn ihre Behinderung nicht bei der Benotung mündlicher Leistungen und in Prüfungen berücksichtigt wird.
Benachteiligung beruht zumeist auf dem Mangel an Information. Die Bundesvereinigung setzt sich für die Aufklärung von Lehrern, Eltern und Schulbehörden ein. Besondere Bedeutung kommt hier auch dem Nachteilsausgleich für Schüler mit Behinderungen zu, der in den Schulordnungen der Bundesländer festgelegt ist und auch sprechbehinderten Schülern gewährt werden kann.
(Art. 3 Abs. 3 Grundgesetz)
Die Info-Bustour Stottern und Schule
Stotternde Jugendliche und Erwachsene berichten vor Schülern und Lehrern von den Erfahrungen, die sie in ihrer Schulzeit mit dem Stottern gemacht haben. Sie erzählen ihre eigene Geschichte, von ihren Gefühlen und ihren Problemen. Stottern wird in unterschiedlichen Ausprägungen und Schwergraden hörbar und sichtbar gemacht. Diese einzigartige Präsentation des Themas Stottern „verpackt“ Aufklärung und Information in Aktionen, die attraktiv, direkt und authentisch wirken: Lernen durch Erleben.
Zusätzlich ist die Bustour ein Aufhänger, um bei Schulbehörden für die Berücksichtigung des Themas Stottern in der Lehrerfortbildung zu werben.

Von 2000 bis 2007 fand die Info-Bustour im Rahmen der „Aktion Grundgesetz“
(heute „Die Gesellschafter“) von AKTION MENSCH statt.




